Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen  haben wir mehrere Anrufe und Mails zum Thema Coronavirus erhalten. Eine Erkrankung, die sich nicht nur in China enorm schnell verbreitet. Viele Krebspatienten machen sich Sorgen, da sie als Personen mit geschwächtem Immunsystem im Falle einer Infizierung mit dem Coronavirus viel geringere Überlebenschancen haben als die normale Bevölkerung.

In der Presse und in den Nachrichten werden viele kontroverse Informationen verbreitet. Deshalb haben wir für Sie alle aktuellen Daten gesammelt, um mit objektiven Fakten das reale Bild der Krankheitsentwicklung darzustellen.  Inzwischen (Stand 17.02.20) haben sich in China mehr als 66.000 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert und bereits mehr als 1500 Todesfälle sind registriert. 

Die infizierten Personen, die keine Symptome zeigen, werden von der Nationalen Gesundheitskommission in Peking nicht mehr in der Statistik der Ansteckungen aufgenommen. Erst wenn Krankheitssymptome auftreten, wird die Person als «infiziert» geführt. Diese neue Statistikmethode wurde eingeführt, ohne einen Grund dieser Änderung zu nennen.  Wie viele Infektionen damit gar nicht erst erfasst werden, ist unklar. 

Viele Experten gehen davon aus, dass eine große Zahl an Infektionen unerkannt bleibt und die Anzahl nicht registrierter Fälle hoch sein wird. Das neue Coronavirus „Covid-19“ ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO eine weltweit „ernste Bedrohung“. Zwar beschränkten sich derzeit noch rund 99 Prozent der Infektionsfälle auf China, doch stelle das Virus auch eine „sehr ernste Bedrohung für den Rest der Welt dar“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf zum Auftakt einer internationalen Experten-Konferenz. Nach neuesten Informationen verbreitet sich diese Viruserkrankung auch in allen Kontinenten unserer Erde, was sich zu einer weltweiten Pandemie entwickeln kann. 

Bislang seien außerhalb Chinas in 24 Ländern 503 Fälle aufgetreten und jeden Tag kommen neue Fälle dazu. Erstmals ist ein an dem Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Risikogruppe seien ältere oder kranke Patienten mit einer Präferenz für das männliche Geschlecht. Covid-19 trete bei den meisten Infizierten lediglich als Erkältung in Erscheinung, verursacht jedoch bei Risikogruppen eine schwere Lungenerkrankung. Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus haben sich bislang mehr als 1700 medizinische Helfer, wie Ärzte und Krankenhauspersonal, angesteckt. Allerdings gehen Experten von einer viel höheren Dunkelziffer aus. Das neue Coronavirus hat seinen Ursprung mit großer Wahrscheinlichkeit in Fledermäusen und wurde dann durch die Virus-Mutation auf Menschen übertragen. Dafür haben chinesische Wissenschaftler nach eigenen Angaben weitere Hinweise gefunden. 

Leider ist es bis jetzt trotz intensiver Quarantäne-Maßnahmen nicht gelungen, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Hauptursache dafür ist, dass viele Patienten nur milde oder keine Symptome zeigen und das Virus auch in der Inkubationszeit übertragbar ist. Das Coronavirus hat auch eine Fähigkeit, sich bis zu neun Tage lang bei Raumtemperaturen auf Oberflächen zu halten und infektiös zu bleiben. In seltenen Fällen kann die Inkubationszeit bis zu 24 Tagen betragen.

Das Fiebermessen an Flughäfen oder Bahnhöfen kann nur rund ein Zehntel der Infizierten identifizieren, da das Coronavirus ähnlich wie bei Grippe über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbar ist und sich im Rachenbereich schnell vermehren kann. Da es gegen Coronaviren keine spezifische Therapie gibt, ist  die Vorbeugung gegen eine mögliche  Ansteckungen wichtig. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt daher ähnliche Vorbeugungsmaßnahmen wie während der Grippesaison gelten: 

Regelmäßig Händewaschen, von hustenden und niesenden Menschen Abstand halten. Coronaviren könne auch über Kontakt mit kontaminierten Oberflächen übertragen werden. Im Krankenhaus können das zum Beispiel Türklinken sein, Toiletten, Nachttische, Bettgestelle und andere Gegenstände im direkten Umfeld von Patienten. Aber auch die Geldscheine können kontaminiert sein, deshalb desinfiziert die Zentralbank in China die alten Geldscheine und lagert sie danach für mehrere Tage ein.

Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit steigern die Lebensdauer von Viren noch. Es gibt auch eine gute Nachricht: Gängige Desinfektionsmittel auf der Basis von Ethanol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit wirken gegen den Erreger gut. 

 

Bislang gibt es in Deutschland nur Einzelfälle von Infektionen, die Zahl der Fälle steigt jedoch. Die Ausbreitung des Coronavirus hat Folgen für Industrieproduktion, Schifffahrt und Flugverkehr. Das Coronavirus in China treibt übrigens  die Inflation hoch: Die Verbraucherpreise, vor allem für Lebensmittel, stiegen im Januar im Vorjahresvergleich um 5,4 Prozent. Aber auch andere Länder der Welt könnten das bald zu spüren bekommen. Weltweit hätten 70 Fluggesellschaften alle Verbindungen von und nach China eingestellt. 50 weitere reduzierten ihren Flugverkehr. Für das erste Quartal 2020 seien fast 20 Millionen weniger Passagiere auf China-Flügen unterwegs als erwartet und die Umsatzeinbußen werden bei bis zu 4,6 Milliarden Euro liegen. Die Volksrepublik ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, deshalb müssen wir in den nächsten Wochen mit deutlichen wirtschaftlichen Nachteilen rechnen.