AdobeStock_318626682.jpeg

Informationen Corona und Krebs

Coronavirus bei Krebskranken

Januar 2021

Andreas Wasylewski

Die Corona-Infektionszahlen steigen weiter und damit auch die Sorgen von Menschen mit Tumor-Erkrankungen. Wer an Krebs erkrankt war, hat auch ein höheres Risiko, schwer an einer Covid-19-Infektion zu erkranken. Bei einem schweren Verlauf, der sogar zum Tod führen kann, ist eine Behandlung in einer speziellen Klinik notwendig. Jeder Krebspatient und jede Krebspatientin benötigten eine ganz individuelle Versorgung, besonders in Zeiten der Corona-Krise. Bisher war die Meinung, dass nur akute Krebspatienten zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion zählen, weil das Immunsystem durch die Erkrankung, Bestrahlung und die Chemotherapie enorm geschwächt ist. 

Heute wissen wir schon, dass bestimmte Krebsarten das Risiko für Komplikationen bei einer Corona Infektion stark erhöhen, teilweise mehrfach im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung. Dazu zählen Leukämie,Lymphome und das Multiple Myelom. Zur Risikogruppe gehören bestimmte Krebspatienten, die an Covid-19 erkranken:

  1. Patienten mit einer aktiven, fortschreitenden oder metastasierten Krebserkrankung haben einen schlechteren Krankheitsverlauf als stabile oder geheilte Krebspatienten.

  2. Blutkrebs unter intensiver Therapie oder Lungenkrebs sind bekannte Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19.

  3. Krebspatienten in höherem Alter, ausgeprägte Begleiterkrankungen, ein männliches Geschlecht sowie Rauchen wirken nachteilig auf den Krankheitsverlauf.

  4. Ein geschwächtes Immunsystem führt zu einer schlechteren Prognose von COVID-19 

 

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat in ihrer Leitlinie eindeutig aufgefordert, die Krebspatienten als evidente Risikogruppe bei Covid-19 zu betrachten.                                                                                                                 

Experten raten insbesondere Krebspatienten, Menschenansammlungen zu meiden, die sozialen Kontakte einzuschränken und Reisen zu reduzieren. Vor allem sollten alle Menschen gleichermaßen die sogenannten AHA-L-Regeln verfolgen:

  • Abstand halten

  • Hygiene beachten

  • Alltagsmaske tragen

  • Lüften

Inzwischen sind in der Europäischen Union (EU) zwei Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zugelassen. Dabei handelt es sich um Impfstoffe aus der Klasse der mRNA-Vakzine. Seit dem 27. Dezember 2020 werden die ersten Personen geimpft. Zur Gruppe mit "höchster Priorität", die den Impfstoff zuerst erhalten wird, zählen

  • alle Menschen ab 80 Jahren

  • Bewohner und Personal von Pflegeheimen

  • Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten

  • Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst

Krebspatientinnen und Krebspatienten gehören in die 3. Gruppe, die nur mit "erhöhter Priorität" geimpft werden soll

Wissenschaftliche Daten zur Impfung von Krebspatienten liegen bislang kaum vor und viele Fragen dazu sind noch offen. Ob sie auch vor einer Infektion und der Übertragung des Coronavirus schützt, ist noch nicht eindeutig nachgewiesen.      Auch wie lange der Impfschutz anhält, ist bisher noch nicht bekannt.  Die derzeitigen Informationen über Nebenwirkungen aus England, Israel, Norwegen und Deutschland nach der erste Impfung Serie wie anaphylaktische Reaktion oder sogar Todesfälle verunsichern derzeit nicht nur die Krebskranken, sondern auch das medizinische Personal. Dazu kommt noch ein organisatorisches Chaos der deutschen Regierung so dass alle geplanten Impftermine nicht realisierbar sind. Die Impfbereitschaft der Bevölkerung wird immer geringer. 

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) empfiehlt Krebspatienten, die Entscheidung für oder gegen eine Impfung beziehungsweise über den Zeitpunkt einer Impfung individuell und gemeinsam mit dem behandelnden Onkologen zu treffen.

Durch die Corona Pandemie ist es leider zu einem Rückgang der stationären Aufnahmen der Krebspatienten gekommen, so dass im Schnitt 20 Prozent weniger Behandlungen durchgeführt worden sind. Immer mehr onkologische Termine zur Krebsdiagnose aber auch Krebsbehandlungen werden verschoben oder fallen gar aus.  

  

Hintergrund war zum Beispiel die Beobachtung, dass Patienten erst in sehr fortgeschrittenen Tumorstadien in die Klinik kamen. Wegen der hohen Auslastung des Gesundheitswesens durch Covid-19 blieben schätzungsweise tausende Kreb-Fälle nun unerkannt. Generell werden durch die Corona Pandemie viele Krebspatienten vernachlässig, die regelmäßige Nachsorge und die notwendige Behandlung können nicht rechtzeitig durchgeführt werden, so dass die Prognose sich weiter verschlechtern wird. 

Information April 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

 

das Virus Corona verändert derzeit unser Leben. Wir erleben eine weltweite Pandemie: Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Reisen in das benachbarte Ausland sind teilweise nicht mehr möglich, das kulturelle Leben liegt brach. Was bedeutet Corona für Krebspatienten und deren Angehörige? Weitere Updates lesen Sie aktuell auf unserer Homepage www.eanu.de

 

Virusexperten gehen davon aus, dass es noch viele Monate dauern kann, bis in der Bevölkerung eine ausreichende Immunität aufgebaut ist, die vor einer weiteren Verbreitung des neuen Corona-Virus schützt. Viele Krebspatienten leiden an einer Immunschwäche, bedingt durch die Erkrankung oder durch bestimmte therapeutische Maßnahmen: Es ist davon auszugehen, dass Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, schneller und möglicherweise auch schwerer erkranken als Gesunde. Daher rät der Krebsinformationsdienst: „Krebspatienten, die eine immunsupprimierende Therapie erhalten oder aufgrund ihrer Krebserkrankung immunsupprimiert sind, sollten die empfohlenen Verhaltens- und Hygieneregeln besonders konsequent beachten. Dazu gehören unter anderem eine gute Händehygiene sowie der Abstand zu am Coronavirus Erkrankten. Experten empfehlen darüber hinaus, die Wohnung nur für die notwendigsten Erledigungen zu verlassen und auf jeden Fall Menschenansammlungen zu meiden. Die Patienten sollten Familie, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung bitten, etwa wenn es um Einkäufe geht.

 

Krebstherapie verschieben?

 

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben. Nur wer ein erhöhtes Infektionsrisiko hat, zum Beispiel nach Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten, sollte den Nutzen und das Risiko der geplanten Therapie zusammen mit den behandelnden Ärzten abwägen. Individuell kann dann über die Verschiebung der Therapie entschieden werden, so die DGHO. „Pauschale Empfehlungen lassen sich nicht geben. Patientinnen und Patienten sollten diese Fragen möglichst rasch und individuell mit ihrem behandelnden Arzt klären“, so Weg-Remers. Es gibt bei Krebs manchmal auch Erkrankungssituationen, in denen kein schnelles Handeln erforderlich ist und man zuwarten kann. In anderen Fällen ist eine zeitnahe Behandlung geboten, um beispielsweise Heilungschancen nicht zu gefährden.

 

Wichtig zu wissen ist außerdem: Immer noch sind die meisten Atemwegsinfekte, mit denen Betroffene derzeit die Arztpraxen aufsuchen, auf die Grippe (Influenza) oder Erkältungskrankheiten zurückzuführen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin hin. Ein begründeter Verdacht für eine Corona-Virus-Infektion besteht aktuell nur, wenn

  • Anzeichen einer akuten Atemwegsinfektion (beispielsweise Husten und Fieber) bestehen

UND

  • der oder die Betroffene sich in einem COVID-19-Risikogebiet (wie beispielsweise China oder Italien) aufgehalten hatte ODER der oder die Betroffene Kontakt zu einer an dem Corona-Virus erkrankten Person hatte.

 

 

Wichtig auch: Angehörige sollten Patienten im Krankenhaus oder Pflegeheim gar nicht besuchen, sofern sie Schnupfen oder grippeähnliche Symptome haben. Aber auch sonst sollten Besuch nur sehr dosiert durchgeführt werden. 

 

Durch die Schließungen von Schulen und Kindergärten besteht jetzt häufig ein Betreuungsdefizit für die Kinder. Krebspatienten sollten, auch wenn es schwerfällt, nicht in die Betreuung einspringen! Kinder können ohne Symptome infiziert sein, bedenken Sie bitte diese Gefahr!

 

Lassen Sie sich bei Einkäufen möglichst helfen! Krebspatienten sollten jedes Risiko meiden, auch den Aufenthalt bei größeren Menschenansammlungen. Bleiben Sie möglichst in Ihrer häuslichen Umgebung!

 

EANU-Tipps:

 

 

1) Zur Begrüßung keine Hand mehr geben.
2) Berühren Sie Ihr Gesicht erst nach dem Händewaschen
3) Öffnen Sie die Tür mit Ihrem Ellbogen oder Ihrer Becken und berühren Sie
nicht die Hand. Wenn Sie ein Schalter oder Türklinge drücken müssen
verwenden Sie ein Taschentuch oder einen Einweghandschuh.
4) Verwenden Sie in Supermärkten Einweghandschuhe, die Sie nach dem Einkauf
wegwerfen
5) Waschen Sie Ihre Hände jedes Mal, wenn Sie nach Hause zurückkehren, und
verwenden Sie schließlich ein Desinfektionsmittel
(auch Wodka 40% ist ein Desinfektionsmittel)
6) Sie sollten eine kleine Flasche Desinfektionsmittel außerhalb des Hauses
immer mitnehmen und verwenden, wenn Sie Ihre Hände nicht waschen können.
7) Vermeiden Sie alle menschlichen Versammlungen
8) bei Kontakten mit anderen Personen 1,5 m Abstand halten
 

 

Weiterführende Links:

 

Link zu Brustkrebs und Corona: https://www.youtube.com/watch?v=lYCAHOHo7-4

 

Zur Informationsseite des Krebsinformationsdienstes:

https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2020/news012-coronavirus-ansteckungsgefahr-bei-krebs.php

 

Zur aktuelle Risikobewertung durch das Robert Koch Institut: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html

 

Die Hygienemaßnahmen sind auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer Frage-Antwort-Liste, inklusive Verhaltensmaßnahmen, zusammengestellt.

Natürliches Antibiotikum

Bildschirmfoto 2020-02-26 um 08.43.54.pn

Covid-19 und Corona: Wir werden damit leben müssen!

 

 

 

Seit das Corona Virus SARS-Cov2 Ende vergangenen Jahres erstmals in China aufgetaucht war, haben sich mehr als 26 Millionen Menschen weltweit damit infiziert, über 900.000 Menschen starben bisher. In Deutschland haben wir aktuell 244.855 Infizierte, 9313 Patienten sind gestorben. Eine Chance, SARS-CoV-2 mit einem Medikament oder einem hocheffektiven Impfstoff einzudämmen, ist derzeit nicht möglich. 

 

Auch die WHO macht keine Hoffnung auf ein schnelles Ende der Pandemie!

 

Schnelle Aktivitäten für eine Impfung in manchen Ländern sollten wir skeptisch beurteilen. Auch die WHO macht keine Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie. Uns wird nichts anderes übrigbleiben, als damit zu leben!

Deshalb bleibt uns nichts anders als durch richtige Präventionsmaßnahmen wie Maskentragen, Abstandhaltung, Erkennung von Infizierten und Isolierung der Angesteckten die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Schon in der Studie zur Maskenpflicht in Jena reduzierten sich die Fallzahlen nach 20 Tagen um ein Viertel, bei Personen über 60 sogar um mehr als die Hälfte. Die Maskenpflicht war in Jena schon am 6. April eingeführt worden, während sie bundesweit erst Ende April in Kraft trat. 

 

Maskenpflicht hätte früher kommen müssen, dies war ein Fehler der Politik

 

Es war sicherlich ein Fehler unser Politiker, nicht von Anfang an auf das Tragen von Masken gesetzt zu haben, zusätzlich hatte sich leider auch der Weltärztebund dagegen ausgesprochen.  Das Virus Sars-CoV-2 ist Teil von unserem Alltag geworden und wird es auch bleiben wie andere Viren. Wie geht das mit dem Virus zu leben? Sein Nährboden ist also menschlicher Kontakt. Sars-Cov-2 wird wohl vor allem über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Es kann nur überleben, wenn Menschen es an andere weitergeben. Die Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht haben deutlich gezeigt, dass die die Ausbreitung des Virus gebremst oder fast gestoppt wurde. 

 

Corona bedeutet, das eigene Verhalten immer wieder anzupassen

 

Nach den Lockerungen steigen wieder die Fallzahlen in Deutschland  an, in anderen Ländern wie Frankreich und Spanien sogar stark. Das Virus breitet sich wieder aus. Mit dem Coronavirus zu leben, heißt das eigene Verhalten immer neu an das aktuelle Infektionsgeschehen anzupassen. Jeder kann damit seinen Beitrag leisten, jeder kann Anstand und Respekt zeigen!

 

Wir können hoffen, dass das Virus schwächer wird

 

Eine positive Entwicklung der Pandemie in den letzten Wochen ist eine Schwächung der Aggressivität des Sars-CoV-2 Virus. Die Mehrheit von Patienten hätten demnach nur milde oder keine Symptome gehabt. SARS-CoV-2 zählt zur großen Familie der Coronaviren, die ständig mutieren. Bei Mutationen, was ein ganz normaler Prozess ist, handelt es sich um Veränderungen im Erbgut, die bei jedem Lebewesen und jeder Zellteilung stattfinden können. Die Mutationen helfen dem Virus, sich an ihren Wirt anzupassen, gleichzeitig kann das Virus durch Mutationen deutlich schwächer  werden. Zusätzlich mit der Zeit wird die Immunität der Bevölkerung steigen, so dass das Virus zusätzlich schwächer wird. Das zeige auch der Verlauf anderer bekannter Viren. Das Virus wird wohl in jedem Fall harmloser werden. Zumindest können wir dies hoffen!

 

Verweigerung von Masken und Abstand wäre der größte Fehler, den wir machen könnten!

 

Mutationen spielen auch eine große Rolle bei der Entwicklung des Impfstoffes. Bei bereits entwickelten Impfstoffen wird leider die neue Mutation nicht berücksichtigt, so dass die Wirkung in der Regel nur teilweise oder deutlich eingeschränkt wird.

Wir sollten die Realität wahrnehmen und uns in der Zukunft auf die Prävention konzentrieren, um die Corona-Pandemie deutlich zu reduzieren und endlich lernen mit dem Virus zu leben. Die Verweigerung von Masken und Abstand wäre der größte Fehler, den wir machen könnten.

 

Autor: Dr. med. Andreas Wasylewski