EANU-Aktuell:

Krebs und Glyphosat

Fakten über Glyphosat

1971 ließ der Gentechnik-Konzern Monsanto mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri Glyphosat als Herbizid patentieren – heute macht der Konzern allein mit Roundup einen Jahresumsatz von 2 Milliarden US-Dollar. Der breit wirkende Unkrautvernichter wird tonnenweise auf vielen Millionen Hektar eingesetzt – nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch vom Hobbygärtner.

Der größte Produzent von Glyphosat ist heute China. Die fertigen Produkte enthalten Glyphosat und weitere Hilfsstoffe, um die Ausbringung und Aufnahme in die Pflanzen zu erleichtern. Diese erhöhen noch zusätzlich die Toxizität.

Glyphosat gelangt in den Boden über die direkte Ausbringung und durch Abwaschen bei Regen. Bei leichten Böden kann es zu direkten Auswaschungen und Verlagerungen ins Trinkwasser kommen. Die Zeitschrift Ökotest hat in ihrer August-Ausgabe festgestellt, dass in fast allen getesteten Getreideprodukten Glyphosatreste nachzuweisen sind.

Die Leipziger Mikrobiologin Prof. Monika Krüger suchte kürzlich für eine Studie nach einer unbelasteten Kontrollgruppe, das heißt nach Urinproben ohne Glyphosat. Das Ergebnis ihrer Recherche lautet jedoch: Es gibt keine unbelasteten Personen. Jeder hat Glyphosat im Urin. Glyphosat-Rückstände tauchen in allen Grundnahrungsmitteln auf: In Weizen und somit in vielen Mehlprodukten (Teig- und Backwaren), in Mais, Soja, Haferflocken und Honig.

 

Glyphosat stört schon bei niedrigen Dosen die Embryonalentwicklung erheblich, wie Tierversuche mit Amphibien und Hühnerembryos zeigen. Möglicherweise besteht hier ein Zusammenhang zwischen der Anwendung von Glyphosat und Geburtsfehlern beim Menschen, wie sie in Argentinien beobachtet wurden. 2010 wurde ein Bericht über Gesundheitsprobleme von Menschen in Argentinien veröffentlicht, wo Glyphosat per Flugzeug großflächig versprüht und so die Menschen direkt durch die Aufnahme über Haut und Atemwege schädigten.

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In der Stadt Ituzaingó liegt die Rate der an Krebs Verstorbenen mit 33 Prozent weit höher als der argentinische Landesdurchschnitt von 18 Prozent. Die zuständigen Behörden wie auch das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bestreiten allerdings, dass die wissenschaftlichen Belege ausreichen ein Risiko für Menschen dokumentieren. Die schädlichen Auswirkungen auf Natur und Mensch werden verharmlost oder gar geleugnet. Wer Roundup eine Schädlichkeit nachweisen kann, wird von Monsantos Anwälten zum Schweigen gebracht. Nun hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingeschaltet. Ihre Untersuchungen haben ergeben, dass Glyphosat sehr wohl schädlich ist und auch Krebs auslösen kann.

Die im März 2015 in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlichte Studie zeigt auf, das Herbizid Glyphosat, dass in die Gruppe 2A eingestuft wurde, krebserregend ist. Die Studie bezieht sich auf diverse Untersuchungen in den USA, Kanada und Schweden, die seit 2001 durchgeführt wurden. Hierbei kamen Krebs-Experten aus 11 Ländern einstimmig zum Schluss, dass Roundup bei Tieren Krebs auslösend wirkt.

Die Forschungen ergaben mitunter eine Häufung von Karzinomen der Nieren und von bösartigen Tumoren im Stütz- und Bindegewebe. Zudem erhöhte Glyphosat die Rate von Geschwülsten in der Bauchspeicheldrüse und es kam zu einer erhöhten Rate von Hautkrebs. Die Wissenschaftler konnten auch überzeugende Beweise vorlegen, dass das Herbizid Lymphdrüsen- und Lungenkrebs bei Menschen auslöst.

Zusätzlich weitere zwei Studien sehen einen Zusammenhang zwischen dem rapide steigenden Einsatz von Roundup und der wachsenden Zahl autistischer Kinder. Wissenschaftlerin Stefanie Seneff vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) – Studienleiterin einer der beiden Studien – befürchtet, dass bis zum Jahr 2025 jedes zweite amerikanische Kind autistisch sein könnte, wenn Glyphosat weiterhin so massiv auf die Felder gesprüht wird wie bisher.

Zudem haben Untersuchungen gezeigt, dass Glyphosat in menschlichen und tierischen Zellen DNA- und Chromosomenschäden verursacht.

Diese evidenten Daten sollten der Politik reichen, um für ein Verbot dieses Unkrautmittels zu kämpfen! Für politische Ränkespiele ist dieses Thema viel zu wichtig, denn es geht um die Gesundheit vieler Menschen!

Mehr Infos in unserem EANU-Blog:
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