Diagnose Krebs! Und jetzt?

Wer kämpft kann gewinnen, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Die Diagnose Krebs kommt unerwartet und verändert plötzlich das ganze Leben. Alle privaten und beruflichen Pläne werden in Frage gestellt. Sehr oft stellen sich mit dieser Diagnose auch viele negative Gefühle wie Angst, Unsicherheit, Wut und Gereiztheit ein. Auch Enttäuschung und Gefühle von Schuld führen viele Betroffene oft in eine Apathie.

Sie dürfen nicht passiv bleiben und warten, dass die anderen die Verantwortung für Ihre Gesundheit und auch für Ihr Leben übernehmen. Sie sind die betroffene Person, und Sie müssen auch alle Konsequenzen tragen – für gute oder schlechte Entscheidungen.

 

Deshalb holen Sie sich als erstes eine zweite Meinung über weitere diagnostische Maßnahmen und Therapien. Die sich in den ersten Tagen einstellende Unsicherheit sollte durch die richtige Arztwahl bestimmt und der Kontakt zu Krebsberatungsstellen und Selbsthilfegruppen auf ein Minimum reduziert werden. Der Hausarzt oder der Facharzt, der Sie weiter betreuen sollte, muss nicht nur eine fachliche Kompetenz aufweisen, sondern vor allem Ihr Vertrauen gewinnen. Er sollte Ihr Partner bei allen Problemen sein, die im Zusammenhang mit der Krankheit stehen. Suchen Sie so lange Ihren betreuenden Arzt, bis Sie das Gefühl haben, dass er der richtige Partner für Sie ist.

 

Der richtige Arzt stärkt das Selbstvertrauen des Patienten und seine Therapiebereitschaft, damit die Behandlung optimal anschlägt. In der Regel übernehmen die Kassen die Kosten für eine Zweitmeinung. Die wichtigen Therapiemaßnahmen wie eine Operation, Strahlentherapie oder Chemotherapie sollten in einem zertifizierten Krebszentrum stattfinden, wo erfahrene Onkologen tätig sind. Die begleitende Behandlung und die gesamte Koordination sollte ein Arzt Ihres Vertrauens durchführen. Eine psychoonkologische Betreuung durch einen kompetenten Psychotherapeuten ist auch in der Anfangsphase der Krankheit hilfreich.

Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, schonen Sie sich. Sie brauchen Ihre Kraft und die ganze Energie, die in Ihrem Körper steckt, für die neuen Aufgaben. Ihr Alltag muss neu organisiert werden. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden über die neu entstandene Situation. Sortieren Sie auch Ihren Bekanntenkreis und wenden Sie sich nur an Menschen, die eine positive Ausstrahlung haben und die Ihnen auch wirklich helfen wollen. Wichtig ist auch, sich auf jedes Gespräch mit den Ärzten oder anderen Ansprechpartnern gut vorzubereiten. Alle Ihre Krankheit betreffenden Unterlagen sollten Sie in einer eigenen Patientenmappe aufbewahren und zu jedem Gespräch mitnehmen.

Ein Familienmitglied oder Freund sollte Sie zu den Arztterminen begleiten, um die Gesprächsinhalte nicht zu vergessen, und um anschließend noch über die Resultate der Beratungen diskutieren zu können. Während des jeweiligen Gesprächs machen Sie sich in einem Heft Notizen über die weitere Planung der Therapie und über Unklarheiten, die neu entstanden sind.

Vor allem jedoch müssen Sie selbst am meisten wissen, sowohl über Ihre Erkrankung aber auch über die neusten Therapiemöglichkeiten. Suchen Sie diese Informationen auch im Internet. Gehen Sie zu den Treffen der Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe und holen Sie sich das Wissen, das Sie brauchen. Haben Sie keine Scheu davor, Ihrem Arzt auch viele Fragen zu stellen, um die geplante Therapie besser zu verstehen und auch zu vertragen. Seien Sie aktiv. Ein bewusster Patient lebt länger.

Und noch etwas sehr Wichtiges: Tun Sie für sich etwas Gutes, für Ihren Körper und für Ihre Seele. Machen Sie das, was Sie schon lange machen wollten. Verlieren Sie bitte keine Zeit und Energie für unwichtige Dinge. Seien Sie jetzt egoistisch, wenn es um Sie und Ihre Gesundheit geht. Sagen Sie jetzt öfter auch einmal Nein zu Menschen, die ständig von Ihnen etwas verlangen oder erwarten.

 

Nehmen Sie sich die Zeit nur für sich. Hören Sie täglich Ihre Lieblingsmusik. Am besten im Liegen und entspannen Sie Ihren Körper. Gehen Sie mindestens zweimal täglich je 30 Minuten in einer ruhigen Gegend spazieren. Ernähren Sie sich bewusst und passend zu Ihrer Erkrankung und Therapie. Sie müssen spüren und fühlen, was und wer Ihnen gut oder nicht gut tun. Versuchen Sie immer, die richtige Entscheidung zu treffen. Und wenn Sie dann als Patient klare Ziele haben, versuchen Sie bitte, diese auch 100 prozentig zu erreichen. Denn wenn Sie nur eine halbe Sache machen, können Sie auch nur maximal 50 Prozent dieser Ziele realisieren. Das Resultat: Sie sind unzufrieden mit sich selbst und drehen sich im Kreis der Verzweiflung.

Ziel der moderneren Krebstherapie ist es, den Krebspatienten eine individuell eingerichtete und interdisziplinär geplante Behandlung anzubieten. Zu dieser Krebstherapie gehört neben der operativen Tumorbeseitigung, Chemo- und Strahlentherapie - aber auch Immuntherapie, Hormontherapie, Hyperthermie, Schmerzbeseitigung, Normalisierung des Zellstoffwechsels, Stabilisierung der Psyche, körperliche Aktivierung, Umstellung der Ernährung und die Ergänzung fehlender, lebensnotwendiger Vitalstoffe sind therapeutische Optionen. Um eine individuelle Therapieplanung zu ermöglichen, sollten schon vor der Operation alle notwendigen diagnostischen Maßnahmen durchgeführt werden. Wie alle Erkrankungen ist auch Krebs keine lokale Erscheinung, sondern immer eine Erkrankung des gesamten Organismus mit lokaler Erscheinung. Ein Grund für die Behandlung des Gesamtorganismus mit allen auch kleinen Störungen. 

Direkt nach der Tumorfeststellung sollte sofort mit den Maßnahmen begonnen werden, um eine Metastasenbildung und Tumorprogredienz zu verhindern. Nicht nur die Maximierung des Überlebens sondern auch die Optimierung der Lebensqualität ist zu gewährleisten. Deshalb ist auch die Linderung von Nebenwirkungen bei aggressiven Behandlungsmethoden eine der wichtigen Ziele der modernen Krebstherapie. Von Bedeutung ist auch, dass der Patient aktiv und sehr bewusst an der Behandlungsplanung und Verwertung der Therapieergebnisse teilnimmt, denn nur so wird die Effektivität der Behandlung weiter erhöht.

Wer kämpft kann gewinnen, wer nicht kämpft hat schon verloren.