EANU-Basiswissen:

Hautkrebs

Epidemiologie

Im Jahr 2014 erkrankten in Deutschland etwa 21.200 Personen, darunter etwa gleich viele Frauen wie Män­ner, am malignen Melanom der Haut. Das mittlere Erkrankungsalter der Frauen ist mit 60 Jahren ver­gleichsweise niedrig. Männer erkranken im Mittel 7 Jahre später. Die altersstandardisierten Erkrankungs­raten von Frauen und Männern sind seit 2008 sprunghaft angestiegen. Dies ist wahrscheinlich Fol­ge des im Juli 2008 in Deutschland eingeführten Hautkrebsscreenings.

 

Langfristig hat sich die Inzi­denz bei beiden Geschlechtern seit den 1970er Jahren mehr als verfünffacht. Die Sterberaten haben dage­ gen im gleichen Zeitraum nur bei den Männern leicht zugenommen. Der vorherrschende Typ des malignen Melanoms ist das oberflächlich spreitende Melanom, das mit einer günstigen Prognose ver­ knüpft und ganz überwiegend für den Anstieg der Inzidenzraten verantwortlich ist. Andere Formen, insbesondere das noduläre und das amelanotische Melanom, sind prognostisch deutlich ungünstiger einzuschätzen. Aktuell liegen für Frauen mit ma­lignem Melanom der Haut in Deutschland die rela­tiven 5­Jahres­-Überlebensraten bei 94 % und für Männer bei 91 %. Zwei Drittel aller Melanome werden in einem noch frühen Tumorstadium entdeckt (T1), ein Rückgang fortgeschrittener Tumorstadien ist bis 2014 noch nicht erkennbar. 

Risikofaktoren und Früherkennung 

 

Zu den wichtigsten endogenen Risikofaktoren für ein malignes Melanom gehört die Anzahl an Pigmentma­len (»Leberflecken«). Außerdem treten maligne Me­lanome bei Menschen mit hellem Hauttyp eher auf als bei Menschen mit dunklerem Hauttyp. Sind Ver­wandte ersten Grades an einem malignen Melanom erkrankt, kann dies auf das Vorliegen von Genmuta­tionen deuten. Abhängig von der Mutation kann das Risiko für ein malignes Melanom unterschiedlich stark erhöht sein. Auch wenn man selbst schon ein­ mal an einem Melanom erkrankt war, erhöht sich das Risiko, ein weiteres Melanom zu bekommen. 

Wichtigster exogener Risikofaktor ist die ultravio­lette (UV­) Strahlung. Dies gilt sowohl für die natürli­che Strahlung durch die Sonne als auch für künstliche UV­-Strahlung zum Beispiel im Solarium. Vor allem die Sonnenexposition in der Jugend und Kindheit und die sogenannte intermittierende Sonnenbelastung (wie in Sommerurlauben typisch) erhöhen das Risiko. 

Entsprechend dem gesetzlichen Früherken­nungsprogramm haben Männer und Frauen ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautuntersuchung durch einen Arzt mit entspre­chender Fortbildung (u. a. Dermatologen, Hausärzte). 

 

Quelle: Robert-Koch-Institut