Krebs und Depressionen: Herbst-/Winterdepression

 

Herbstliches Wetter, trübe Tage, lange Nächte: Fällt es Ihnen im Herbst und Winter schwerer, morgens aus dem Bett zu kommen? Dann sind Sie nicht alleine: Viele Menschen fühlen sich im Herbst und Winter müder sowie energie- und antriebslos. Es können düstere Gedanken und eine gedrückte Stimmung hinzukommen, oft vergehen diese auch wieder von selbst. Wenn sich das Stimmungstief aber bis zum Frühjahr hält, dann sprechen wir unter Umständen von einer speziellen Form von Depression, der Herbst- bzw. Winterdepression, auch Herbst- oder Winterblues genannt.

 

In der Fachsprache wird dieses Phänomen als „saisonal abhängige Depression“ (SAD, engl. „Seasonal affective Disorder“) oder Lichtmangel-Depression bezeichnet. Etwa 800.000 Deutsche leiden darunter, dreimal mehr Frauen als Männer. Seit etwa 20 Jahren ist SAD als Krankheitsbild anerkannt und wird seither wissenschaftlich erforscht.

 

Herbst- und Winterdepressionen treten bei den Betroffenen meist ab dem dreißigsten Lebensjahr auf. Statistisch gesehen sind diese saisonalen Depressionen häufig im mittleren Lebensalter zu verzeichnen.

 

Zur Diagnose von Herbst-/Winterdepressionen muss der Beginn des Stimmungstiefs im Herbst/Winter liegen und die Symptome müssen im Frühjahr/Sommer vollständig wieder verschwunden sein!

 

Typisch für Herbst- und Winterdepressionen sind zudem so genannte „atypische“ depressive Symptome:

 

•           vermehrtes Schlafbedürfnis (im Gegensatz zu verringertem Nachtschlaf bei „normalen“ Depressionen)

•           gesteigerter Appetit, insbesondere auf Kohlehydrate wie Nudeln, Süßigkeiten und Cerealien

 

Warnsignale des Körpers bei Depressionen:

 

Körperliche Beschwerden wie

 

• extreme Müdigkeit (schon nach kleinsten Anstrengungen)

• Schlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen, Schlaflosigkeit

• Kopf- und Rückenschmerzen

• Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme

• Magen-Darm-Beschwerden

• Schwindel

• Herzbeschwerden

• Libidoverlust

• gedrückte Stimmung (häufig mit Morgentief)

• Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, innere Leere aber auch innere Unruhe

• negative Denkmuster, Grübeln, Minderwertigkeitsgefühl, Hoffnungslosigkeit

• Konzentrationsstörungen

• Angst- und Schuldgefühle

• Vernachlässigung oder Vermeidung sozialer Kontakte (innerer Rückzug)

 

 

Was können Sie gegen den Herbst- und Winterblues tun? Bitte beachten Sie zunächst: Depressive Phasen sollten immer dem Arzt vorgestellt werden!

 

Johanniskraut und andere Pflanzen

Bewährt hat sich die Gabe von hoch dosierten Johanniskrautextrakten. Diese hellen die Stimmung auf, verbessern den Schlaf und regen zu mehr Aktivitäten an. Saisonal bedingte Verstimmungen lassen sich mit Johanniskraut schneller und erfolgreicher behandeln, als ohne die Einnahme von antidepressiven Medikamenten. Das Johanniskraut sollte jedoch aus kontrolliertem Anbau stammen und zudem hoch dosiert sein. Empfohlen ist die tägliche Einnahme von 900 Milligramm. Damit die stimmungsaufhellende Wirkung einsetzen kann, sollte der hochdosierte Johanniskrautextrakt über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

 

Die Verwendung von Pflanzen bei Depressionen hat eine lange Tradition.  So werden auch Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Lavendel und Rhodiola eingesetzt!

 

Frische Luft

Tägliche Spaziergänge an der frischen Luft sind bei saisonal abhängigen Depressionen sehr zu empfehlen. Auf das Wetter sollten Sie dabei keine Rücksicht nehmen: einfach raus und laufen!

 

Stimmungsaufhellende Lebensmittel

Auch die richtige Ernährung kann die Stimmungslage beeinflussen. Für das Wohlbefinden ist z. B. der Mineralstoff Magnesium wichtig. Dieser befindet sich reichlich in Linsen, Nüssen, Bananen und Trockenfrüchte. Schokolade enthält viel von der Aminosäure Tryptophan, die im Gehirn in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird. Als Stimmungsaufheller haben sich auch kohlenhydratreiche Lebensmitteln wie Kartoffeln und Nudeln bewährt.

Weiterhin können pflanzliche Öle wie Raps- und Sojaöl oder Seefische wie Makrele und Hering die Laune heben. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren.

 

 

Körperliche Aktivität

Gegen depressive Verstimmungen kann ebenso Sport helfen. Denn durch die Ausschüttung körpereigener Glückshormone (Serotonin, Dopamin, Endorphin) bei körperlicher Aktivität, wird das psychische Wohlbefinden gesteigert. Empfehlenswert sind z. B. Radfahren, Jogging oder Walking. Dabei erzielt man den besten Effekt mit regelmäßigem Ausdauertraining (drei- bis fünfmal pro Woche jeweils 30 bis 60 Minuten, Anfänger jedoch weniger).

 

Soziale Kontakte

Von der negativen Stimmung lenken zusätzlich soziale Kontakte ab. Einfach mal wieder Freunde einladen, zusammen ausgehen und sich mit Menschen umgeben die man mag.

 

Bitte nehmen Sie depressive Phasen immer ernst und stellen Sie diese dem Hausarzt vor!