EANU-Basiswissen:

Magenkrebs

Epidemiologie

Seit Jahrzehnten ist in Deutschland – wie auch in an­ deren Industrienationen – ein stetiger Rückgang der Erkrankungs­- und Sterberaten an Magenkrebs zu be­obachten. Dieser Trend setzt sich in allen Altersbe­reichen sowohl bei Frauen als auch bei Männern fort. Den größten Anteil an diesem Rückgang haben die Tumoren des Magenausgangs (Antrum und Pylorus).

 

Das Erkrankungsrisiko steigt bei beiden Ge­schlechtern mit zunehmendem Alter. Männer er­kranken im Mittel mit 72 Jahren, Frauen mit 75 Jahren an Magenkrebs. Etwa 1 % aller Todesfälle in Deutschland sind auf Magenkrebs zurückzuführen. Für Frauen werden aktuell relative 5­-J-ahres­-Überle­bensraten um 33%, für Männer um 30% ermittelt. Damit haben sich die Überlebensaussichten in letzter Zeit zwar verbessert, im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen bleiben sie jedoch eher ungüns­tig. Nur in etwas mehr als der Hälfte der Fälle ist das Tumorstadium bei Diagnose angegeben. In etwa zwei Drittel dieser Fälle wurden die Erkrankungen in einem bereits fortgeschrittenen Stadium (T3–T4) ent­deckt. Histologisch überwiegen im Magen spezielle Formen des Adenokarzinoms. Eine Besonderheit stellen von der Magenschleimhaut ausgehende (Mu­cosa­assoziierte) MALT­-Lymphome dar, die zu den niedrig malignen Non­-Hodgkin­-Lymphomen gerech­net werden.

Risikofaktoren

Wichtigster Risikofaktor für Magenkrebs ist eine bak­terielle Infektion des Magens mit Helicobacter pylori. Rauchen und Alkoholkonsum erhöhen ebenfalls das Magenkrebsrisiko. Die Rolle der Ernährungsfaktoren ist komplex: Eine an pfanzlichen Bestandteilen arme oder an tierischen Bestandteilen reiche Ernährung ist mit einem höheren Risiko verbunden. Es gibt Hin­weise darauf, dass chronisches Sodbrennen bzw. die gastroösophageale Refuxkrankheit das Risiko für be­stimmte Tumorformen im Übergang vom Magen zur Speiseröhre erhöhen. Auch Übergewicht kann diese Karzinome fördern. Weiterhin sind ein niedriger so­zioökonomischer Status und vorangegangene Ma­genoperationen mit einem erhöhten Auftreten von Magenkrebs verbunden.

Verwandte ersten Grades von Erkrankten haben ein zwei­ bis dreifach höheres Risiko als die Allge­meinbevölkerung. Dabei ist unklar, ob dies am ge­meinsamen Lebensstil, an der Übertragung von He­licobacter pylori in der Familie oder an erblichen Genveränderungen liegt. Einige erbliche Syndrome erhöhen das Magenkarzinomrisiko.

Perniziöse Anämie und einige weitere Vorer­krankungen sind Risikofaktoren, die nur wenige Menschen betreffen. 

 

Quelle: Robert-Koch-Institut

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