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Ist der neue Bluttest schon ein "Wundertest"?


Vielleicht haben Sie in den vergangenen Tagen von einem neuen Bluttest gelesen oder gehört, der eine Methode zur Früherkennung verschiedener Krebsarten ermöglichen soll. Zunächst: Forschungen an Bluttests zur Früherkennung sind nicht neu, bereits im vergangenen Jahr wurde in Amerika der Septin9-Test zugelassen, der einen Nachweis von Darmkrebs im frühen Stadium ermöglichen soll. Die aktuellen Veröffentlichungen, die teilweise von einem „Wundertest“ berichten, basieren auf einer Entwicklung der Columbia-University in New York. Mit der neuen Methode soll der Nachweis von im Blut zirkulierenden Tumorproteinen mit dem speziellen Erbmaterial bestimmter Tumore kombiniert werden. Acht häufige Krebsarten, darunter Darm-, Lungen, Brust- und Leberkrebs, sollen so frühzeitig erkannt werden.

Doch die Veröffentlichung wird auch kritisiert. Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie bezeichnet den Test „in Bezug auf eine Krebsfrüherkennung ohne jede Aussagekraft“, sie sei aber eine „sinnvolle Weiterentwicklung“. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg erklärt: „Der Mehrwert der Methode ergibt sich aus der Verwendung von minimalinvasiv zugänglichen Körpermaterialien – etwa einer Blutprobe. Die Kombination verschiedener Marker ist eine sinnvolle Weiterentwicklung bisheriger diagnostischer Verfahren.“ Von einer Früherkennung könne man derzeit noch nicht reden, da nur Menschen untersucht worden seien, bei denen eine Krebserkrankung bereits bekannt war.

EANU meint: von einem „Wundertest“ sollten die Medien noch nicht berichten, dafür ist es viel zu früh. Im Bereich der sogenannten Flüssigbiopsie (Liquid Biopsy) gibt es enorme Entwicklungen, man muss aber valide Daten haben und diese sorgfältig auswerten! Sensationsmeldungen führen nur zu falschen Hoffnungen oder zu Enttäuschungen.

#Bluttest #Forschung